bekleidung
Gerade weil gute Bekleidung dafür verantwortlich ist, dass man auch bei kühler Temperatur Spass an der Bewegung hat und sie im Verhältnis zu anderer Ausrüstung eine hohen Kostenanteil aufweist, werden wir dieses Kapitel laufend erweitern und aktualisieren.
Welche Art der Bekleidung überhaupt?
Stellte man sich in den letzten Jahren noch die Frage nach Overall oder Jacke+Hose, so hat sich dieses Problem mittlerweile in Wohlgefallen aufgelöst, weil Overalls aufgrund der geringen Nachfrage fast nicht mehr Produziert wurden. Als Beispiel hierfür: der teure und legendäre Patagonia Ice Nine Suit. Obwohl Overalls beim Klettergurttragen im Hüftbereich und beim Strecken/Herausschlüpfen viel bequemer sind, hat sich heute die Variante Jacke+Hose etabliert. Die dabei neu aufkommende Frage ist: Welche der Teile sollen Soft- und/oder Hard-Shell sein? Nach wie vor ist das unserer Meinung nach eine Frage der Anwendung und wir haben, weil die Auswahl an Textilien sehr groß ist, diese in Ihren Eigenschaften und Funktionen beschrieben, damit die persönliche Kaufentscheidung besser ausfallen kann.
Notwendige Eigenschaften der Bekleidung
Das ideale Textil bietet Komfort und Wohlbefinden unter allen Bedingungen. Leider ist das Wohlbefinden von unserer Transpiration ("Ausdünstung"), dem Wind und der äußeren Feuchtigkeit abhängig und es ergeben sich notwendige Eigenschaften in Bezug auf
Warme Jacke für's Sichern und Herumstehen
Ein spezieller Bekleidungs- und Ausrüsungsgegenstand ist die wohlig warme Daunen- oder Kunstfaserjacke, in die man gerne nach unmittelbarer Kletteraction schlüpft. Diese weit geschnittene Jacke ist in 2 isolierenden Materialen und Preiskategorien erhältlich
- Daune (es gibt unterschiedliche Qualitäten und Mischungen)
- Kunststoff Micro/Hohlfaser (DuPont Termolite, Primaloft, Polarloft, etc. ...)
Die wichtigen Unterschiede zwischen beiden Füllungen sind
- Daune hat extrem hohen Isolations- und Kompressionswert, ist aber in nassem Zustand nicht
isolierfähig und unpraktisch in der Pflege (verliert im Laufe der Zeit an Wirkung)
- Hohl- und Microfasern haben mittlere Isolations- und Kompressionswerte, verlieren jedoch bei
Nässe kaum an Wirkung und können in der Waschmaschine gereinigt werden
Das 3 Schichten Prinzip
Das moderne und aktuell praktizierte System ist das der 3 Layer/Schichten. Dieses System ist am ehesten in der Lage auf Wetterbedingungen, Feuchtigkeitstransport und Wohlbefinden zu reagieren:
- Absorbtions/Base-Layer (Haut)
- Isolier-Layer
- Top-Layer
Base-Layer
Wir empfehlen beim Kauf von direkt auf der Haut getragener Kleidung einen eng anliegenden Schnitt. Die unmittelbare Nähe zur Haut ist für die Funktion der Materialien von entscheidender Bedeutung.
SOFT-SHELL Textilien (entspricht Isolier- und Top-Layer)
Es gibt eine Vielzahl an Softshell Geweben, deren Eigenschaften für bewegungs- und leistungsintensive Aktivitäten gedacht sind. In der nachstehenden Tabelle sind die jeweilgen Eigenschaften und der gedachte Einsatz zu den aktuellen und uns bekannten Textilien aufgeführt. Es ist wichtig zu wissen, dass es bei Geweben oder Textilien sogenannte Ausrüstungen gibt (3XDRY). Darunter versteht man die chemische Behandlung/Veredelung von Geweben um gewisse Eigenschaften zusätzlich zu erlangen - also beispielsweise schnee- und wasserabweisendes Verhalten.
| Wir EMPFEHLEN Softshell-Produkte für den Einsatz bei eher trockenen Bedingungen, kurzen Eisklettertouren und beim Drytooling in der kalten Jahreszeit, wo tiefe und trockene Temperaturen vorzufinden sind. |
HARD-SHELL Textilien (entspricht Top-Layer)
Da die Auswahl viel größer ist, steigt bei den Hard-Shell Produkten auch die Schwierigkeit das richtige Bekleidungsstück zu finden. Auch hier ist der Fortschritt darin zu sehen, das die Hard-Shell Produkte kontinuierlich Eigenschaften der Soft-Shells annehmen ohne die bisherigen Eigenschaften zu verlieren (zb hohe Wasserdichtigkeit und Abriebfestigkeit). Es ist besonders bei Hard-Shell Produkten sinnvoll zu qualitativ hochwertigen Produkten zu greifen, da die Verarbeitung und die Details bei Jacke und Hose für den Eiskletterer enorm wichtig sind und man sich auch nicht jedes Jahr eine neue Oberbekleidung zulegen möchte (und kann).
| Wir EMPFEHLEN Hard-Shell Produkte bei längen Eistouren und rauen Konditionen, bei mäßig bis sehr feuchten Umweltbedingungen mit gegebenenfalls viel Wind und extrem tiefen Temperaturen. |
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Membran/Gewebe, aus dem Hause Francital. MP+ ist je nach Anwendung mit verschiedenen Funktionen erhältlich: MP+ Softshell Action ist strapazierfähig und bi-elastisch, MP+ stretch ist extrem dehnbahr und MP+ light verspricht geringes Gewicht. |
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Membran/Gewebe, aus deutschen Landen. Sympatex ist mittlerweile in verschiedenen Varianten wie HIGH2OUT oder ALLWEATHER verfügbar. Das größte Einsatzgebiet der Membran liegt derzeit bei Schuhen. |
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Membran/Gewebe, klassisch und bekannt in 2 oder 3 Lagenausführung:
Bei der 2-Lagen Variante ist die Gore-Tex mit dem Oberstoff fest verbunden. Auf der Innenseite der Bekleidung wird die offen liegende Membrane durch ein freihängendes Futter geschützt. In der 3-Lagen Variante ist Gore-Tex zwischen Ober- und Futterstoff eingearbeitet. Da alle drei Lagen fest miteinander verbunden sind, ist die Membrane vor Abrieb gut geschützt. Dieses Laminat ist sehr strapazierfähig und wird bei hoher Beanspruchung verwendet. |
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Membran/Gewebe, das mit einer PU- Schutzschicht versehen ist, die aus einer ölabweisenden Substanz besteht. Diese Schutzschicht ist wasserdampfdurchlässig und gleichzeitig eine physikalische Barriere gegen Öle, Kosmetika, etc. Es kann auf zusätzlichen Futterstoff verzichtet werden, was wiederum die Bekleidung wesentlich leichter und kleiner verpackbar macht als 2- und 3- Lagen Bekleidung. |
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Membran/Gewebe, bei der ein 2- oder 3- Lagen Laminat sowie das XCR-Membran eingesetzt wird. Dieses Laminat ist extrem atmungsaktiv. Dazu kommen speziell ausgewählte, besonders durchlässige Futterstoffe, die den Tragekomfort von Jacken mit dieser Art deutlich erhöhen. |
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Aufblasbare Isolation, eigentlich revulutionär. Derzeit gibt es diese Bekleidung nur für den Skisport, hochtechnische Jacken sind aktuell nicht erhältlich. Mehr Info ... |
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Membran/Gewebe, aus dem Hause BHA Technologies (USA), seit 2000 am Markt und noch nicht sehr stark verbreitet. eVent schaffte die teschnische Hürde mit dem Problem von "Schweiss und Ölen" gegenüber der Membran. Mehr Info ... |
Hier findet Ihr die aktuelle Original-Pflegeanleitung für Gore-Tex-Produkte ...
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Airvantage™ Software-Report |
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Anmerkung zu technischen Werten
Hinsichtlich Wasserdichtigkeit möchten wir unsere Leser nicht mit technischen Werten belasten. Alle Mebrane, die heute am Mark erhältlich sind erfüllen die ISO-Norm 811 mit einer Wassersäule von 1,3 Metern. Die Maximalbelastung (zb beim Sitzen) liegt jedoch höher, hier gilt 20 Meter Wassersäule als hochwertigger Standard - dieser wird von allen modernen Membranen erfüllt.
Wesentlich entscheidender für den Konsumenten ist die Fähigkeit zum Feuchtigkeitstransport bzw. der Atmungsaktivität des Materials. Auch hier gibt es einen technischen Meßwert (RET). Ideal gilt hier ein Wert zwischen 0 und 6. Wir können auch an dieser Stelle nur festhalten, dass jeder Kletterer subjektiv empfindet und die Praxis entscheidet.
Wer jedoch tiefergehende Information zu genereller Funktion von ePTFE Membranen, PU-Schichten, etc. haben möchte liest unseren Special-Report ...
Die wichtigen Details bei Hard- und Softshell JACKEN sind
- geklebte Schweißnähte mit möglichst dünnem Band (Gewicht und Griff/Geschmeidigkeit)
- die normale Naht sollte möglichst dünn ausgeführt sein
- möglichst wasserdichte Zipp-Verschlüsse oder abgedeckt
- im Halsbereich: Abdeckung des Front RVs
- keine Taschen im Hüftbereich, sinnvolle Taschenanordnung
- Kapuze über Helm herunterziehbar
- Kapuze angenehm im Kragen verstaubar oder dgl.
- Ärmel mittels Klett verschließbar
- wirklich funktionelle Knöpfe
- lange Ärmel mit Einschlupf für Daumen am Ende
- Belüftungsmöglichkeiten
Die wichtigen Details bei Hard- und Softshell HOSEN sind
- wenn möglich durchgehend stretch oder elastisches Material
vorgeformte Knie und abriebfeste Einsätze an Beinende, Knie und hinterem Gesäß
- wenn Gamaschen vorhanden, dann sollten diese dicht abschliessen
und in der Schnürung fixierbar sein (haltbare Verarbeitung) und wenn man mit dem Fuß
hoch ansteigt, darf die Gamaschen sich nicht oberhalb des Schuhrands befinden
- Beintaschen sind nicht unbedingt erforderlich, aber manchmal praktisch
(reduzierten Bewegungskomfort)
- seitlicher Zipp-Verschluss nur wenn dieser Wasserdichtigkeit gewährt (reduziert Bewegungs-
komfort
- Belüftungsmöglichkeiten
Handschuhe
Das Auffinden der richtigen Handschuhe in Sachen Passform, Griff und Wärmeleistung ist nach wie vor die größte Herausforderung, die an einen Eiskletterer im Zuge seiner regelmäßigen Einkaufstouren gestellt wird.
Angefangen hat alles mit den gewalkten Fäustlingen oder Handschuhen: Sie haben selbst in nassem Zustand noch immer eine gewisse Wärmeleistung und werden daher von vielen Kletterern, in Verbindung mit langen Touren und Handschlaufen an den Geräten, noch oftmals eingesetzt. Mitte der 80er Jahre gab es dann die ersten "dicken" Gore-Tex-Handschuhe, die in den letzten Jahren im "schlanker" wurden und mit neue Obermaterialien ("Griff") ausgestattet waren. In jüngster Vergangenheit und auch derzeit werden unterschiedlichste Materialien beim Handschuhen verarbeitet:
Je nach Tourenlänge empfehlen wir beim Eisklettern das Mitnehmen von mindestens 3 Paar Handschuhen
- 1 Paar warmen und wasserdichte Handschuhe für den Zu- und Abstieg (verbleibt beim Einstieg)
- 2 Paar mittlere bis dünne Qualität für die aktiven Kletterlängen im Eis- oder Mixedgelände
(je nach länge der Tour, 1 Paar kann in der Jacke/Rückenteil verstaut werden)
1 Paar warme Handschuhe für den Stand, die zuverlässiges Sichern erlauben - sie werden am Gurt getragen
Wichtig ist auch eine genaue Passform, bei dünnen Handschuhen ein eng anliegender Schnitt und bei allen Modellen ein "guter Grip" auf der Innenseite des Handschuhs. Die Innenseite sollte auch entsprechend abriebfest bei spontaner Erwärmung sein, damit können die klassischen Zerfallserscheinungen durch bzw. beim Abseilen verhindert werden.
Die Handschuhe für's aktive Eisklettern sind ein absoluter "Verbrauchsgegenstand" (kein Gebrauchsgegenstand :-). Sie werden bei intensiver Anwendung auch 1x pro Eiskletter-Saison erneuert.
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| Millet Ice Glove Innenansicht |
Millet Ice Glove Aussenansicht |
Franklin Catcher's Mitts |
Kopfbedeckung
Aufgrund der tiefen Temperaturen wird sehr oft eine Helmmütze getragen. Es gibt zwar viele verschiedene Hauben und Materialien, als ideal gilt aus unserer Sicht:
- Nähte sind extrem dünn ausgeführt und stören nicht zwischen Kopfhaut und Helm
- das ideale Material ist Polartec Powestretch
- die Häube sitzt eng (Verrutschen in's Gesicht) und geht über die Ohren
Bei extremen Winterverhältnissen hat sich auch das Tragen einer geschlossenen Mütze (Sturmhaube) bewährt. Mit einer solchen Haube können die klassischen Gesichtserfrierungen vermieden werden, der Nachteil der eingeschränkten Sicht bleibt jedoch aufrecht.
| Wir empfehlen und raten dringend an sich vor jeder Eiskletteraktivität das Gesicht mit einer FETTCREME zu schützen, da dies Erfrierungen vorbeugt und die Haut Verletzungen gegenüber wesentlich weniger anfällig macht! |