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Allgmein
Ein guter Trainingszustand ist im Eiskletter- und Klettersport dann ganz besonders wichtig wenn man nebst der Senkung des Unfallrisikos auch den Spaßfaktor insgesamt steigern möchte. Es ergeben sich dabei folgende, wesentliche Bereiche: Training in Umfeld von Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit sowie der Technik.
Die Technik spielt insofern ein Große Rolle, weil der Umgang mit dem Klettergerät (Eisgerät) und den Sicherungsmitteln (Eisschrauben) sozusagen "ins Blut übergehen" muss und nicht jedesmal höchste Konzentration erzwingen soll. Je relaxter beispielsweise Eisschrauben gesetzt werden können um so mehr ergibt sich Ausdauer in Kraft und Psyche. Das Setzen der Eisgeräte (wie oft, wie tief geschlagen und mit welchem Kraftaufwand geschlagen wird) ist ebenfalls wesentlicher Bestandteil der eigenen Performance. Da jeder Sportler physisch individuell veranlagt ist gilt es die persönlichen Mankos in allen Bereichen zu finden und zu trainieren. Ganz wichtig beim Eisklettern ist auch die psychische Belastbarkeit, die erstens schwer im Training nachvollziehbar und zweites auch sehr stark von der persönlichen Tagesverfassung abhängig ist.
Ganzjahrestraining im Kletterraum
Im Frühjahr 2002 begann die Realisierung des persönlichen Trainings- und Kletterraums. Dafür stand ein Dachgeschoss mit ca. 30 Quadratmetern Fläche und ca. 55 Quadratmetern Kletterfläche zur Verfügung. Der unausgebaute Dachboden erhielt eine Isolierung mit Dampfsperre damit sich die Temperaturen im Sommer und Winter im erträglichen Bereich halten. Eine anschliessende enge Verlattung des Dachstuhls für die Befestigung der schweren 90x200 cm grossen Spanplatten mit jeweils 60 Stückl M10-Schlagmuttern war notwendig um dem Gewicht inklusive späterer Belastung durch Kletterer standhalten zu können.
Durch einen sinnvoll eng gewählten Lochabstand erhält man genug Flexibilität in der Anbringung von Hooks bzw. von Klettergriffen. Hooks für Eisgeräte sollten sinnvollerweise nicht mittells kostenintensiven und ergonomischen Klettergriffen bereitgestellt, sondern beispielsweise mit folgenden Alternativen: Der Einsatz von Alu-Laschen (Rohmaterial Alu-Winkel) ist sinnvoll um einerseits die Stahlhauhe zu schonen und anderseits ein Hangeltraining rein auf Belastung der Arme bzw. des Oberkörpers ausüben zu können, die Konzentration auf ein sauberes setzen des Gerätes fällt weg. Um das Geräte auch in sich und an seiner Position stabil halten zu müssen haben wir zusätzlich Hooks aus Buchenholz verwendet.
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Ganzjahrestraining am Fels in Form von Drytooling
Als gute Abwechslung und für wirkliche Freaks empfiehlt es sich in den kältearmen Monaten und auch während der Saison Eisklettern in Form von Drytooling zu betreiben, also ohne Eis und nur im Fels. Drytooling beansprucht die Moral und verbessert das Gefühl für Mono-Steigeisen und Eisgerät bzw. bringt, aufgrund der Anstrengung, wirklich Power für die grossen Abenteuer. Wir haben hierfür verschiedene Drytoolingtrainingsplätze, speziell rund um Salzburg eingerichtet, damit Training in Verbindung mit kurzem oder langem Zustieg möglich ist.
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Sommeraktivitäten am Gletscher
Die Kletterei im Gletscherbruch ist an sich nichts Neues. Sie ist nach wie vor empfehlenswert aufgrund der meist höhergelegenen Klettergebiete. Der Eisaufbau des Gletschers ist mit jenem der Wasserfälle meist nicht vergleichbar, jedoch sehr nahe an der Realität. Leider ziehen sich die Gletscher und ihre Ausläufer immer weiter zurück und das im Eiltempo. So wird es beispielsweise auch der Eisarena am Mittelbachferner im Pitztal ergehen, wo die Trainingsmöglichkeiten schwinden.
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Der Trainingsplan
Wer sich persönliche Leistungsziele steckt und diese erreichen will kommt um einen Trainingplan und somit einer gezielten Abwechslung von Belastung und Erholung nicht herum. Die wesentlichen Faktoren liegen im Spass und der konsequenten Durchführung des Trainingsplans. Für viele Kletter ist jedoch ein konsequent durchgeführtes Training, aufgrund zb beruflicher oder familiärer Umstände, oft schwer oder gar nicht möglich - umso wichtiger ist es über Trainingsprinzipien und die damit verbundenen Reaktionen des eigenen Körpers gut zu kennen. So ist es möglich die (nur spärlich) zur Verfügung stehende Zeit optimal zu nutzen.
Trainingsprinzipien
Ganz wichtig: Egal ob Kraft- oder Kraftausdauertraining - ein AUFWÄRMEN ist unbedingt erforderlich. Beim Eisklettern beispielsweise anwendbar: Laufen am Stand und/oder unterschiedliche Kletterpositionen mit den Eisgeräten im Einstiegsbereich klettern und halten.
Da TRAINING und REGENERATION in unmittelbarem Zusammenhang stehen, ist es besonders wichtig ein Gleichgewicht zwischen beiden Komponenten herstellen zu können. Dazu ist es auch notwendig herauszufinden wieviel Training der eigene Körper braucht und auch verträgt.
›› TECHNIK
- richtiger Umgang mit dem Eisgerät: Effiziente und kraftschonende Schlagtechnik
- exakte Fußtechnik und kraftschonendes Setzen der Steigeisen
- optimales Schwerpunktverhalten im Eis
- schnellstmögliches Setzen von Eisschrauben
›› TAKTIK
Definition: "Planmäßiges Verhalten beim Klettern, unter Berücksichtigung der eigenen Leistungsfähigkeit sowie der äußeren Umstände"
- gedankliche Auseinandersetzung
- Wahrnehmung
- Erstellung eines "Handlungsplans"
- Klettern der Route
- Ergebnisanalyse
›› KONDITION
- Kraft
Hypertrophie bzw. Aktivitätshypertropie ("Gewebsvergrößerung") spielt beim Eisklettern eine höhere Rolle als beim Felsklettern.
- Kraftausdauer
Das Ziel des aeroben Kraftausdauertrainings (Bedeutung: "Vorgang mit Sauerstoff zufuhr") soll vorwiegend die Verbesserung des aeroben Stoffwechsels und des Laktatabbaus unter Belastung sein. Es beinhaltet beispielsweise Klettern von langen Routen in langsamen Tempo und meist 2 Eisgrade unter der persönlichen Bestleistung.

Das Ziel des anaeroben Kraftausdauertrainings (Bedeutung: "Vorgang mit Sauerstoff zufuhr") ist das Trainieren des anaeroben Energiestoffwechsels, also Training in der intensiven Laktatproduktion und trotz Muskelschmerzen. Die Willenskraft wird konkret zu Hilfe genommen. Die Kletterroute ist gleich lang wie im aeroben Training, nur schwieriger und und das Tempo ist höher. Insgesamt ca. 1 Eisgrad unter der persönlichen Bestleistung.
Die Beweglichkeit der Hüft- und Rumpfmuskulatur zeigen sich auch beim Eiskletter leistungsrelevant. Die Beweglichkeit ist abhängig von der Gelenkigkeit eines bestimmten Gelenks und der Dehnbarkeit der Muskulatur. Nur letzteres ist ist überhaupt trainierbar und nachstehende Grundsätze sind dabei hilfreich:
- kurzes Aufwärmen vor dem Dehnen, Dehnprogramm selbst 10 Minuten ...
- kurzes Anspannen des zu dehnenden Muskels (1-2 Sekunden) erleichtert die Dehnbarkeit des Muskels (Sehnenspindelreflex) - CHRS Methode
- passives Dehnen sollte wegen dem Verletzungsrisiko dem dynamisch-schwingenden bevorzugt werden
- wenn auch bei jeder Kletterer hier eine unterschiedliche Ausgangsbasis vorherscht, ist auch ein wichtiger Erfolgsfaktor beim Eisklettern.
Um Erfolg zu haben muss das Dehnprogramm mehrere Monate regelmäßig durchgeführt werden.
Regeneration
Darunter fall all jene Betätigungen, die eine entsprechend leichte Anregung des Stoffwechsels mit sich bringen, wie etwa
›› AKTIVE REGENERATION
- Allgemein: Ausdauersport im Grundlagenbereich
- Lockeres Laufen oder leicht belastendes Radfahren
- leichtes Klettern
›› PASSIVE REGENERATION
- Ruhezeiten / "Nichtstun"
- Sauna
- Massage
Gezielte Anregungen zum Eisklettertraining
- Bei jedem Training allgemeine Aufwärmübungen anwenden
- Spezifisches Aufwärmtraining zusätzlich einbauen
- Laktatintensive Trainingseinheiten immer gegen Ende der Trainingsphase durchführen
- Permanente Anpassung der Belastung durch Beobachtung um Superkompensation fördern zu können.
- Ausgewogenheit in Intensität und Umfang der Trainingseinheiten berücksichtigen
- Eisklettern ist gewichtsintensiv: Die beim Eisklettern mitgeschleppte Ausrüstung und Bekleidung ergibt,
selbst bei Verwendung von extrem leichtem Equipment mindestens 10 kg Zusatzgewicht am Körper (realistisch sind über 14 kg).
Daher sollten auch im Training ein Paar 1,1kg-Fussmanschetten sowie eine regulierbare Gewichtsweste getragen werden. Die beiden speziellen Trainingsgegenstände können bei uns bestellt werden.